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Marc Romboy

Eine Planetenreise als Kur für die Ohren

  • Harry Schmidt
  • 10 April 2017

Seit mehr als 25 Jahren ist Marc Romboy ein Household Name in der Welt der elektronischen Musik, ob als Labelmanager, DJ oder Producer. Mit seinem Label Systematic war er einer der zentralen Akteure des minimalen Tech-House-Sounds der Nullerjahre. Für sein letzten Monat erschienenes Album „Voyage de la planète” hat sich der nach Stationen in Düsseldorf, Berlin und New York wieder in Mönchengladbach ansässige Mittvierziger Anregungen aus der Klassischen Musik und dem Bücherschrank geholt.

„Ich finde, wenn man ein Album macht, sollte es ein Konzept haben“, sagt Marc Romboy: „Das hat wahrscheinlich auch damit zu tun, dass ich ein großer Fan von Kraftwerk bin, seit ich ein kleiner Junge war.“ Im Gegensatz zu einer Compilation, für die man ein paar Tracks zusammenschmeiße, hat der in Mönchengladbach geborene und aufgewachsene Producer, der zwischenzeitlich auch schon in Berlin und New York wohnte, an einen Artist-Longplayer den Anspruch, dass es „von der Philosophie, vom Vibe, von der Anmutung her einen Zusammenhang haben, einen Rahmen geben sollte“. Für sein Mitte März erschienenes drittes Soloalbum „Voyage de la planète” hat Romboy ins Bücherregal gegriffen: „Der Titel entspringt einem Buch, das ich gelesen habe: ’Die Physik der Zukunft: Unser Leben in 100 Jahren’ von Michio Kaku, einem bekannten Zukunftsforscher aus Amerika – eine hochinteressante Lektüre, die ich nur empfehlen kann und die mich sehr inspiriert hat. Und ich dachte: Wer weiß? Vielleicht macht man in 100 Jahren keine Reise nach Australien, sondern eine Planetenreise. Daraus hat sich der Arbeitstitel des Albums entwickelt, und dabei ist es letztlich dann auch geblieben.“ Hört man sich durch die zehn neuen Tracks, wird von Beginn an darauf deutlich, dass mit „Voyage de la planète“, gemessen an dem, wofür der Name des Producers Marc Romboy bisher stand, stilistisch Neuland beschritten wird: Es handelt sich keinesfalls um ein Club-kompatibles DJ-Album, vielfach sind Streicher darauf zu hören. Welche Faktoren waren ausschlaggebend für diese Richtungsänderung? „Im Grunde handelt es sich um eine Rückbesinnung auf meine Wurzeln“, meint der sympathische Mittvierziger im himbeerfarbenen Sweater: „Ich habe mich gefragt, wie ich Anfang der Neunziger eigentlich zum Techno gekommen bin“.

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