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Interviews

Mario Aureo

Sein Gewicht in Gold wert

  • Text: Katrin Richter / Foto: Madlen Duderstedt
  • 1 September 2015

Der sich zum Zeitpunkt des Interviews gerade an seinem heimischen Steinhuder Meer befindende Wahl-Berliner Mario Aureo, der in der letzten Nacht in der hannoveranischen Kiste seinen feinfließeden Sound zum Besten gegeben hat, befindet sich in einer komfortablen Situation: Er findet sich mit seiner Residency und seinen Labelaktivitäten direkt im Herzen des gut funktionierenden Ritter-Butzke-Imperiums wieder, dessen Pumpensystem ihn immer wieder in den Kern der Dinge zurückführt. Der "Butzke-Quereinsteiger", der 2009 in den Club "reinschlitterte", kam über ein Booking dazu, sich in den ehemaligen Aqua-Butzke-Bad-Armaturen-Räumlichkeiten unter Beweis zu stellen. Mit Kristian von Kuriose Naturale kam man sich musikalisch und menschlich näher, und so eins zum anderen: Man "stampfte" gemeinsam das Ritter Butzke Studios-Imprint aus "dem Boden", auf dem die Crew natürlich auch Mario Aureos Produktionen veröffentlicht. Der bereits seit 2006 als Produzent aktive Aureo, dessen Tracks auf Labels wie Get Physical Music, Moodmusic, Bondage Music, Soulfooled und Re:Fresh Your Mind releast wurden, steht Mixmag frisch und mit angenehm tiefer Stimme Frage und Antwort zu seinem aktuellen Mix, den er im Rahmen der Mix-Serie exklusiv aus dem Label-Backkatalog zusammengestellt hat.

Was waren die ersten Sounds, die dich gefesselt und die dich zum Auflegen gebracht haben?
Wie viele aus meinem Jahrgang bin ich durch die HR XXL Clubnights von Sven Väth in Berührung mit elektronischer Musik gekommen. Der "Babba" hat es immer verstanden, eine schlüssige Geschichte mit der Musik zu erzählen und einen wunderbaren Spannungsbogen zu schaffen. Mich haben also anfänglich eigentlich keine speziellen Sounds oder Sub-Genres gefesselt, sondern viel mehr die Möglichkeiten, die man als DJ hat, durch die Musik anderer seine ganz eigene unverwechselbare Stimmung zu kreieren!

Was begeistert dich musikmäßig immer (noch und nach wie vor), und warum?
Da ich mich gar nicht so sehr auf einen ganz spezielles Genre festlegen möchte, ist es schwer, hier irgendwas in den Vordergrund zu stellen. Aber wenn ich die Frage auch mit einem Wort beantworten kann, würde ich mich für den Groove entscheiden. Wenn dieser vom Produzenten auf den Punkt gebracht wurde, hat er das Thema „elektronische Tanzmusik" zumindest nicht verfehlt…

Wie würdest du deinen Stil generell definieren?
Das ist meinen absolute Lieblingsfrage in jedem Interview! Ich will und kann mich da einfach nicht auf ein bestimmtes Genre festlegen. Ich spiele halt alles, was mir gefällt - ob das nun als Tech House, Deep House, Minimal, Techno oder was weiß ich nicht was definiert wird, ist mir bei der Selektion eigentlich komplett egal! Jede Clubnacht hat ihre ganz eigene Stimmung, und auch wenn ich natürlich irgendwie schon meinen eigenen Stil habe, finde ich es doch wichtig, einen gewissen Facettenreichtum in seiner Musik-Sammlung zu haben, um eben auch mit der bestehenden Stimmung des Abends spielen zu können!

Wie hast du diese Fähigkeit erlernt?
Indem ich mich seit fünfzehn Jahre fast ausschließlich elektronischer Musik beschäftige ;).

Was war nach dem DJ-Dasein die größte Herausforderung für einen Sprung ins Produzenten-Dasein?
Das war bei mir irgendwie ein ziemlich fließender Übergang. Nachdem ich zunächst nur Musik von anderen Künstlern in meinen Sets gespielt habe, kam irgendwann das Verlangen auf, den Leuten auch mal meine ganz eigene Vision von elektronischer Musik zu präsentieren. Allerdings sehe ich mich selbst nach wie vor eher als DJ, weshalb ich auch trotz einiger Anfragen noch nie als Live-Act aufgetreten bin.

Was war dir wichtig, als du den Mix zusammengeschraubt hast?
Der Mix war auf jeden Fall eine besondere Herausforderung, weil er ja mich als Artist, aber auch das Ritter Butzke Studio Label gleichermaßen repräsentieren sollte. Natürlich gefallen mir alle Tracks, die wir veröffentlichen, aber trotzdem hat man ja seine ganz persönlichen Favoriten. Am Ende ist es mir aber recht ordentlich gelungen, einen in sich schlüssigen Mix zusammenzustellen. Es ist natürlich kein Live-DJ-Mix, und durch die „beschränkte" Auswahl an Tracks auch nicht haargenau das, was ich zur Zeit bei meinen Auftritten spiele. Dennoch kann man heraushören, dass ich mir einige Gedanken zum Aufbau und der harmonischen Zusammenstellung der Tracks gemacht habe…

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