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Die Polizei von Lancashire unterstützt eine Initiative zur Erlaubnis von Drogentests

Ein Ansatz zur Vermeidung weiterer Drogentoter

  • Mixmag Redaktion
  • 5 December 2016
Die Polizei von Lancashire unterstützt eine Initiative zur Erlaubnis von Drogentests

Wie auch immer man gegenüber dem Konsum von Partydrogen eingestellt sein mag, einige Fakten lassen sich nicht ignorieren: Wer Drogen konsumieren will, findet immer einen Weg und die Risiken dabei sind aufgrund immer häufiger auftretender Verunreinigungen oder zu hoher Dosierungen in den letzten Jahren signifikant gestiegen. Es liegt für viele daher auf der Hand den Konsumenten eine Möglichkeit zu bieten ihre Drogen vor dem Konsum testen zu lassen.

In der Grafschaft Lancashire (England) geht man nun diesen Weg. Eine Initiative, die auch von der örtlichen Polizei unterstützt wird, erlaubt es Teilnehmern straffrei Drogen wie MDMA und Kokain zu konsumieren, wenn sie diese vorab einem Test unterzogen haben lassen. Dafür werden in den Freitags- und Samstagsnächten in der Stadt für Clubgänger eigens Kabinen aufgestellt, wo sie ihre Drogen mittels Laserscan auf ihren Reinheitsgrad testen lassen können und anschließend mit dem entsprechenden Ergebnis zurückerhalten. Danach kann jeder selbst entscheiden, ob er sie konsumiert oder direkt am Stand abgibt. Letztere werden schließlich vernichtet.

Die Initiative wird von der gemeinnützigen Organisation The Loop getragen, die vergleichbare Angebote bereits bei diversen Festivals im Einsatz hatte, bei denen rund ein Fünftel der Teilnehmer ihre Drogen abgaben, nachdem sie über deren Inhaltsstoffe in Kenntnis gesetzt wurden. Das Testangebot ging dabei auch immer mit einem Aufklärungsangebot durch geschulte Mitarbeiter einher.

Die von der The Loop Kodirektorin Fiona Measham, einer Professorin der Kriminologie an der Durham University, könnte positive Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Clubkultur haben, wenngleich sie bei anderen durchaus Argwohn auslöst. „Wenn wir die Befunde in anderen Ländern betrachten, wo bereits Drogentests bestehen, dann stellen wir fest, dass sie wesentlich geringere Sterblichkeitsraten im Zusammenhang mit Drogen aufweisen. In der Schweiz hatten sie keine Tote durch Partydrogen seit den letzten sieben Jahren. In Großbritannien starben im vergangenen Jahr 57 Personen durch Ecstasy“, so Measham.

Kritiker von The Loop hingegen sind überzeugt, dass die Aktion einem Appell zum Drogenmissbrauch gleichkommt und sogar mehr Drogenkonsumenten zur Folge haben wird. Wer letztlich Recht behält, wird man erst nach einiger Zeit valide belegen können. Weiterhin stoisch an einer offenkundig fehlgeschlagenen Drogenpolitik festzuhalten und damit vermeidbare Todesopfer zu riskieren, kann hingegen ebenfalls keiner ernsthaft wollen – weder in Großbritannien, noch im übrigen Europa.

(via: IB Times )

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