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Polizeipatrouille in Dorf soll verhindern dass jemand ein 40 Jahre altes LSD-Versteck findet

1977 wurden in dem walisischen Dorf eine Million Tickets beschlagnahmt

  • Mixmag Redaktion
  • 29 June 2017
Polizeipatrouille in Dorf soll verhindern dass jemand ein 40 Jahre altes LSD-Versteck findet

Das beschauliche walisische Dorf Carno erfreut sich aktuell großer Aufmerksamkeit, denn in einem dortigen Waldstück soll sich ein großes LSD-Versteck verbergen. Daher ist die Polizei gerade mit einem ebenso großen Aufgebot vor Ort auf Patrouille, um zu verhindern, dass irgendjemand es findet.

Offenbar ist das dort vermutete LSD ein Überbleibsel aus einer Produktion von 1977, denn in diesem Jahr kam es zu einer Razzia in einem Anwesen in Carno, bei der ein multimillionenschwerer Drogenring ausgehoben wurde. Laut Polizei wurden damals eine Million Tickets gefunden und Zutaten, um 6,5 Millionen weitere zu prouzieren. Damit hätte man zu dieser Zeit ca. 90 % des britischen Gesamtmarktes versorgen können.

Aufgeflogen ist die ganze Sache damals Dank Kommisar Zufall, als einer der Drahtzieher in einen Autounfall verwickelt wurde, bei dem die Polizei auf einen zerissenen Notizzettel aufmerksam wurde, dessen Rekonstruktion einen Hinweis auf eine Hauptzutat von LSD gab.

Da die Beamten jedoch nicht wussten, wo sich das Drogenlabor exakt befand, wurde eine große Fahndungsaktion initiert, an der sich an die 800 Beamte beteiligten, viele davon als Hippies getarnt. Diese machten nun im kleinen Ort die Runde und lieferten sich teilweise auch Rangeleien mit ihren uniformierten Kollegen, um ihrer Tarnung Nachdruck zu verleihen. Dumm nur, dass es sich um einen kleinen Ort handelte und man im Jahr 1977 in Wales auch noch nicht flächendeckend über dieselbe Toleranz verfügt hat, wie heute. Es kam somit wie es kommen musste und die Zivilpolizisten hatten es recht bald mit besorgten Anwohnern zu tun, die in dem Treiben die Machenschaften einer schwulen Sekte witterten und so die Aufmerksamkeit auf diese richteten. Von da an kamen verstärkt Polizeibeamtinnen zum Einsatz.

Eine davon war Sgt. Julie Taylor, die im The Clash Song „Julie´s Been Working For The Drug Squad“ verewigt wurde. Letztlich führte die Aktion nach Monate langer „sorgfältiger“ Ermittlung (ein Schelm, wer Böses dabei denkt) dann zum Erfolg und die Beteiligten an dem Drogenring wurden zu insgesamt 120 Jahren Knast verurteilt.

Auch ein Buch wurde natürlich dazu geschrieben („Undercover: Operation Julie – The Inside Story“). Und damit schließt sich der Kreis, denn dessen Autor – der ehemalige Polizeibeamte Stephen Bentley – hat dieses neu aufgelegt und durch eine neue Aussage eines der Bandenmitglieder ergänzt. Aus dieser geht hervor, dass eine „bedeutende Menge LSD in einem Waldstück bei Plas Llysyn vergraben wurde.“ Bentley selbst ist erst kürzlich über diese Aussage gestolpert, geht jedoch davon aus, dass sich tatsächlich noch ein entsprechendes Versteck vor Ort befindet.

Da er das Ganze gegenüber dem Guardian geäußert und somit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat, dürfte bereits so mancher mit Spitzhacke, Schaufel und Taschenlampe dorthin unterwegs sein. Wenn es gut verpackt wurde ist es auf jeden Fall noch gut. Und auch Carno freut sich sicherlich auch über einen plötzlichen Ansprung des Tourismus...

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