Search Show Menu
Home Latest News Menu
Tech

​Vengeance Avenger 

Mehr Synthesizer geht nicht!

  • Marcus Schmahl
  • 29 November 2016

Die Ankündigung des ersten Software-Synthesizers aus dem Hause Vengeance Sound kam sehr überraschend. Er wird Avenger heißen und sieht auf den ersten Blick umfangreich und recht komplex aus. Aber die wirklich gut durchdachte Oberfläche dieses mächtigen Klangerzeugers ist nicht nur grafisch überzeugend, sondern punktet durch qualitativ hochwertigen Sound. Klar wird das Rad hier nicht neu erfunden, der Weg zum Ziel jedoch um ein Vielfaches durch den klaren Aufbau perfektioniert.

Vengeance Avenger ist ein großartiger Software-Synthesizer für Musikproduzenten, passend für jedes Genre und nicht nur elektronische Musik. Aber es ist auch ein sehr vielseitiges und gewaltiges Tool für Sounddesigner. Denn mit diesem neuen VSTi ist wirklich alles möglich. Auf der einen Seite werden sehr gut klingende Oszillatoren mitgeliefert, ihr könnt jedoch auch eigene Samples als Wellenform importieren, um neuartige, aber auch eure eigenen gesampelten Synthesizer in die Datenbank einpflegen. Von diesem Startpunkt geht es weiter durch die unzählig frei gestaltbaren Modulations-Möglichkeiten der Mod-Matrix, die mit wirklich jedem Parameter der Klangerzeugung und auch untereinander mit sich selbst verknüpfbar ist. Und das funktioniert wirklich gut durch ein Ziehen virtueller Patchkabel vom Modulator zum Ziel, das automatisch in der Mod-Matrix ein neues einstellbares Event kreiert. Dort justiert ihr den Bereich, den der Modulator bewegen soll.

Durch das große Spektrum an Syntheseformen, gibt es in Sachen Klanggestaltung keine Grenzen. Jeder einzelne Sound ist so veränderbar, dass es sich nach einem Morphing durch etliche Presets anhört. Jedes Instrument fasst bis zu acht Oszillatoren, die miteinander gemischt wirklich brachiale Synthesizer-Monster-Sounds ergeben oder auch separat angesteuert eigenständige Melodien und Verläufe spielen. Ein weiteres Goodie ist die Drum-Sektion. Hier könnt ihr zum Synthesizer mit zwölf frei importierbaren Drum-Samples und dem dazugehörigen 64 Step Drum-Sequencer den nötigen Beat basteln, der zum Anspielen des Sounds angetriggert wird.

Was ist ein Synthesizer ohne Sequencer? Das dachten sich wohl auch die Entwickler und integrierten einen umfangreichen Arpeggiator, einen Drum- und einen Step-Sequencer, der jeden x-beliebigen Parameter des Synth fernsteuert. Wie ich finde, das eigentliche Herzstück von Avenger, denn durch die unterschiedlichen Sequencer-, Gate-Effekte und Melodie-Verläufe auf den verschiedenen Oszillatoren, ergeben sich Sounds, die stundenlang interessant bleiben. Die Effekt-Sektion ist ebenso reichlich bestückt und lässt hier keine Wünsche offen. Reverbs, Delays, Distortion, Equalizer, Compressor, Flanger, Chorus, Phaser und vieles mehr stehen euch hier zur Verfügung. Mitgeliefert wird eine riesige, qualitativ hochwertige und Vengeance-Sound-typische Preset-Bibliothek, die über den integrierten Browser schön sortiert direkt in Avenger aufrufbar ist. Hier findet ihr bestimmt die passenden Sounds für die nächste Session im heimischen Studio. Die CPU-Last ist bei meinem iMac auch bei komplexen Presets immer noch sehr gering, sodass ich sogar mehrere Instanzen in einem Song einsetzen kann.

Eine Neuerung ist der Verzicht auf den eLicenser Dongle, der eigentlich für alle Vengeance Produkte gebraucht wurde. Also fällt das lästige Mitschleppen des Dongles damit endlich weg. Wem der Look des Synthesizers nicht zusagt, kann aus verschiedenen mitgelieferten Skins wählen und die GUI dem Umfeld und der DAW anpassen. Das wird die User freuen - sehr gut!

Alles in allem wieder einmal ein empfehlenswertes Produkt aus dem Hause Vengeance.

Preis: € 199
Verkaufsstart: 01. Dezember 2016

Load the next article...
Loading...
Loading...