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West Midlands Police plädiert für die Einführung legaler Drogen-Testzonen im Nachtleben

Neue Ansätze zur Korrektur einer gescheiterten Drogenpolitik

  • Mixmag Redaktion
  • 12 February 2018
West Midlands Police plädiert für die Einführung legaler Drogen-Testzonen im Nachtleben

Während die Vorlage des Koalitionsvertrags einer möglichen GroKo in Deutschland, Vorgaben zu einer Verbesserung der Drogenpolitik und – prävention missen lässt, scheint sich in Großbritannien immer mehr ein Umdenken einzustellen. Zu eindeutig ist das Versagen bisheriger Ansätze, zu alarmierend der signifikante Anstieg der Drogentoten und Notfallversorgungen durch verunreinigte oder zu hoch dosierte Designerdrogen im britischen Nachtleben.

Eine Reihe Festivals bietet bereits Testmöglichkeiten mitgeführter Drogen vor Ort an, in Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Organisation The Loop. Bei solchen Tests während Kendal Calling wurden u.a. Zement, Malariamedikamente und Pestizide in den abgegebenen Proben nachgewiesen.

Jetzt hat dieser Ansatz seitens der West Midlands Police weiteren Auftrieb erhalten. Diese fordert eine generelle Einführung von Test-Zonen im Nachtleben. Laut deren Leiter David Jamieson würde dies dazu beitragen die Anzahl der Todesfälle aufgrund des Konsums von Drogen innerhalb der Region abzusenken und „die Kenntnisse der Behörden über im Umlauf befindliche Drogen erhöhen.“

Jamieson schlägt weiter vor ein Frühwarnsystem für Drogen zu etablieren, das Öffentlichkeit und Notärzte rechtzeitig auf aktuell zirkulierende Drogen und deren mögliche Sondergefahren aufmerksam macht. Ferner schlägt er Änderungen im Umgang mit Langzeitabhängigen vor, die auf keine andere Therapie angesprochen haben. Hier hält er die Abgabe von Heroin in medizinischer Betreuung für sinnvoll, um die Betroffenen aus den Fängen der Drogendealer zu holen.

Einer Schätzung zufolge entstehen alleine in der Region der West Midlands (ca. 5,64 Mio. Einwohner) durch den Konsum von Drogen Kosten in Höhe von £1,4 Milliarden pro Jahr, was ungefähr der Summe von €1,58 Milliarden entspricht. Daher sieht Jamieson den Zeitpunkt gekommen im Umgang mit Drogen eine andere Richtung ins Auge zu fassen.

„Trotz der guten Arbeit von vielen, versagt unser gemeinsamer Ansatz in Bezug auf Drogen. Drogen kosten die West Midlands jedes Jahr £1,4 Milliarden. Das bedeutet, dass Menschen gezwungen sind mit mehr Kriminalität zu leben, der öffentliche Dienst unter Druck gerät und zu wenig dafür getan wird das Leiden der Abhängigen zu lindern.“

„Wenn wir Kriminalität reduzieren und Leben retten wollen, dann können wir uns alle in einem einig: Wir brauchen frische Ideen. Diese mögen kühn sein, aber sie werden Kriminalität, die Kosten für den öffentlichen Haushalt und das schreckliche Leid verringern, welches durch Drogen verursacht wird.“

Jamieson hofft, dass seine Vorschläge bis zum Jahr 2020 von der Politik umgesetzt wurden.

Zur vollständigen Aufstellung seiner Vorschläge kommt ihr hier.

(Foto: MDMA Team )

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